KI ist in den Firmen angekommen, aber kaum ausgeschöpft
Innerhalb von zwei Jahren ist der Anteil der Unternehmen, die KI einsetzen, von 20 auf 57 Prozent gestiegen; 2025 lag er bei 36 Prozent. Weitere 38 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz. Nur noch vier Prozent beschäftigen sich nach eigenen Angaben überhaupt nicht damit, 2024 waren es 41 Prozent. Die Frage ist damit nicht mehr, ob KI in den Betrieben ankommt. Die Umfrage zeigt, wie tief.
Unter den KI-Nutzern sagen 66 Prozent, die Technik verbessere ihre Wettbewerbsposition. 48 Prozent beschleunigen damit Arbeitsabläufe, 45 Prozent erkennen einen messbaren Beitrag zum Geschäftserfolg. Trotzdem schöpfen 59 Prozent das Potenzial nach eigener Einschätzung überhaupt nicht aus, weitere 28 Prozent nur wenig; drei Prozent sprechen von einer starken Nutzung, null Prozent von einer vollständigen. Woran es hakt, zeigen die Kosten: 51 Prozent der Nutzer nennen Infrastruktur, Cloud und Rechenleistung als größten Posten, 50 Prozent die Aufbereitung ihrer Daten, 41 Prozent die Einbindung in bestehende Systeme. Softwarelizenzen nennen nur 21 Prozent. Bei den Unternehmen ohne KI fehlt vor allem technisches Umsetzungswissen (85 Prozent), dazu Rechtsunsicherheit (66 Prozent), unklare Kosten (63 Prozent) und Personal (51 Prozent). 70 Prozent aller befragten Betriebe bieten inzwischen KI-Schulungen an, 2025 boten 43 Prozent keine an, jetzt sind es 25 Prozent.
Bitkom Research befragte im Auftrag des Verbands zwischen Anfang Juli und Mitte August telefonisch 603 Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten. Kleinere Betriebe, also die Mehrheit der deutschen Firmen, sind nicht erfasst. Bitkom bezeichnet die Ergebnisse für die untersuchte Größenklasse als repräsentativ. Alle Angaben sind Selbstauskünfte: Die Befragung misst weder, wie intensiv KI tatsächlich genutzt wird, noch unabhängig überprüfte Produktivitätsgewinne. Auch der „messbare Beitrag zum Geschäftserfolg" wurde von den Unternehmen selbst eingeschätzt. Was als „KI-Einsatz" zählt, vom Chat-Assistenten bis zum eigenen Modell, unterscheidet die Umfrage nicht.
Bitkom erhebt die Zahlen jährlich, der nächste Vergleichswert kommt im Herbst 2027. Ob aus einzelnen Anwendungen veränderte Arbeitsabläufe werden, ließe sich dann an der Frage nach dem ausgeschöpften Potenzial ablesen. Die vollständigen Ergebnisse hat Bitkom in seiner Presseinformation veröffentlicht.
Faktenreicher, nüchterner Bericht mit klarer Quellenangabe und ungewöhnlich ehrlicher Einordnung der Grenzen der Umfrage.
Der Text stützt sich durchgehend auf konkrete Zahlen und nennt Auftraggeber, Methode und Zeitraum der Befragung. Besonders stark ist die Offenlegung der Schwächen: Selbstauskünfte, fehlende kleine Betriebe, unklare Definition von KI-Einsatz. Lösungsorientierung zeigt sich eher indirekt, etwa über Schulungen und die benannten Hürden wie fehlendes Umsetzungswissen. Noch konstruktiver wäre der Text, wenn er Beispiele zeigen würde, wie Unternehmen diese Hürden konkret überwinden.
KI-Einschätzung nach festen Kriterien. So bewerten wir →

