Warenhaus-Mitarbeiter von Galeria erhalten Insolvenzgeld bis Dezember
Tagelang war nach dem Insolvenzantrag der deutschen Kaufhauskette Galeria unklar, ob ihre Mitarbeiter weiter bezahlt werden. Nun steht fest: Die Bundesagentur für Arbeit, die deutsche Arbeitsverwaltung, zahlt Insolvenzgeld, also Lohnersatz bei einer Firmenpleite. Das berichtete die Tagesschau am 13. Oktober. Bewilligt ist es zunächst für die 9.650 Mitarbeiter der Warenhäuser; insgesamt beschäftigt Galeria 11.250 Menschen. Eine Bank finanziert das Geld vor, damit es schnell ankommt.
Den Antrag stellte am 2. Oktober die Galeria S.à r.l. & Co. KG. Für Galeria ist es der vierte Insolvenzantrag seit 2020, formaljuristisch aber der erste dieser Gesellschaft, auf die der Geschäftsbetrieb vor zwei Jahren übertragen wurde. Darauf stützt sich wohl die Bewilligung, obwohl Insolvenzexperten zunächst skeptisch waren. Laut Galeria erhalten die Mitarbeiter so ihre Löhne für Oktober, November und Dezember; insgesamt zahlt das Unternehmen dem Vernehmen nach knapp 25 Millionen Euro im Monat. Die 83 Filialen bleiben offen, Gutscheine nimmt Galeria derzeit aber nicht an.
Für die rund 1.600 Mitarbeiter der Lebensmittelabteilungen und Restaurants, die eigene Insolvenzanträge stellten, ist das Insolvenzgeld noch nicht bewilligt; Beobachter erwarten es aber. Offen ist, welche Standorte schließen: Im Juli stellte Galeria 33 Warenhäuser auf den Prüfstand, Insider halten wesentlich mehr Schließungen für möglich. Handelsexperte Boris Hedde vom IFH Köln, einem Handelsforschungsinstitut, stellt infrage, ob wiederholte Stützungsaktionen nachhaltig sind.
Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus prüft nun, ob Gründe für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens vorliegen und ob das Vermögen von Galeria die Verfahrenskosten deckt. Bis zur Entscheidung des Gerichts vergehen in der Regel bis zu drei Monate. Entscheidend für die Zukunft wird, ob Kebekus einen neuen Investor findet.
Der Text zeigt mit dem bewilligten Insolvenzgeld eine konkrete Lösung, belegt sie mit Zahlen und benennt offene Fragen sachlich.
Konstruktiv ist, dass der Beitrag nicht nur die Pleite beschreibt, sondern erklärt, wie die Löhne der Beschäftigten gesichert werden und wer das vorfinanziert. Zahlen zu Mitarbeitern, Filialen und Kosten sowie eine Expertenstimme machen die Lage nachvollziehbar. Ehrlich benannt werden auch die Grenzen: offene Standortschließungen, noch nicht bewilligtes Geld für 1.600 Beschäftigte, Zweifel an der Nachhaltigkeit solcher Stützungen. Mehr Tiefe bei möglichen Auswegen, etwa Erfahrungen aus vergleichbaren Sanierungen oder konkreten Investorenoptionen, würde den konstruktiven Wert weiter erhöhen.
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