Ist Cottbus die dynamischste Stadt Deutschlands?
Die Forscher loben das Zusammenspiel vieler Initiativen im Strukturwandel – mitten im absehbaren Ende der Braunkohle, deren Förderung 2038 ausläuft. Vor Ort sorgte das Ergebnis für ungläubiges Staunen.
Sichtbarster Baustein des Wandels ist das ICE-Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn, das modernste des Konzerns: Seit 2024 in Betrieb, soll es bis 2027 rund 1.200 Beschäftigte haben; die Bahn investiert etwa eine Milliarde Euro. Der Bund steckt als Ausgleich für den Kohleausstieg bis 2038 rund fünf Milliarden Euro in die Stadt – in eine Medizinische Universität, einen Science Park und einen gefluteten Tagebausee. Die Arbeitslosigkeit liegt bei rund acht Prozent, nach fast 20 Prozent um die Jahrtausendwende. Ehemalige Kohlebeschäftigte wechseln teils direkt zur Bahn – wie eine Industriemechanikerin, die dort heute ein 36-köpfiges Team führt.
Der Energiekonzern Leag baut dennoch massiv ab: von heute 6.500 auf voraussichtlich 2.000 bis 2.500 Stellen bis 2038; ein Gaskraftwerk braucht statt 200 nur etwa 40 Beschäftigte je Block. In einer Gewerkschaftsumfrage sieht nur rund die Hälfte der Jugendlichen ihre Zukunft in der Region. Das IW-Ranking beruht zudem allein auf Datenauswertung – vor Ort waren die Forscher nicht. Und rechtsextreme Übergriffe gelten als Risiko für die Fachkräftegewinnung.
2028 geht das Kraftwerk Jänschwalde vom Netz, 2038 endet die Kohleförderung; die Bundesmittel fließen bis dahin weiter. Im Oktober stellt eine der Studienautorinnen die Ergebnisse in der Cottbuser Stadtverordnetenversammlung zur Diskussion.
Der Text verbindet konkrete Fortschritte im Strukturwandel mit belastbaren Zahlen und benennt offen Risiken und methodische Schwächen der Studie.
Der Beitrag zeigt, wie der Wandel in Cottbus praktisch abläuft, vom neuen ICE-Werk über Fördermittel bis zu einzelnen Berufswechseln, und belegt das mit Investitionssummen, Beschäftigtenzahlen und der gesunkenen Arbeitslosenquote. Zugleich verschweigt er die Schattenseiten nicht: den starken Stellenabbau beim Energiekonzern, die Abwanderungsneigung junger Menschen, rechtsextreme Übergriffe und die Tatsache, dass das Ranking nur auf Daten beruht. Der Ton bleibt sachlich und ordnet ein, statt zu werben. Noch stärker wäre der Text mit Stimmen von Kritikern und einem Vergleich zu anderen Kohleregionen.
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