Batteriespeicher könnten Platz für 150 Gigawatt Solar schaffen
Große Batterien an diesen Umspannwerken könnten das ändern. Eine am 14. September veröffentlichte Studie des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft im Auftrag des Solarverbands BSW kommt zu dem Ergebnis: An 1.313 ländlichen Umspannwerken wäre so Platz für zusätzliche Solaranlagen mit 150 Gigawatt. Das ist mehr als alle heute in Deutschland installierten Solaranlagen zusammen, aber eine Hochrechnung aus 20 gemessenen Transformatoren.
Umspannwerke verbinden das Mittelspannungsnetz, an dem Solarparks und Ortsnetze hängen, mit den höheren Spannungsebenen. Ihre Transformatoren erreichen die Leistungsgrenze nur in wenigen Stunden des Jahres, meist mittags im Sommer. Batterien könnten diese Spitzen aufnehmen und den Strom abends wieder abgeben. So ließe sich vorhandene Netztechnik länger und gleichmäßiger nutzen, statt sie für wenige Stunden im Jahr auszubauen.
Im Referenzmodell der Studie darf die angeschlossene Erzeugungsleistung doppelt so hoch sein wie die Leistung des Transformators. Dafür setzen die Autoren Batteriespeicher mit rund 60 Gigawatt Leistung und 240 Gigawattstunden Kapazität an, also 40 Prozent der Transformatorleistung je Standort und vier Stunden Speicherdauer. Im Mittel müsste dann etwa ein Prozent des zusätzlich erzeugten Solarstroms abgeregelt werden, ohne Speicher wären es rund fünf Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland sind derzeit rund 129 Gigawatt Solarleistung installiert und Batteriespeicher aller Größen mit 18,5 Gigawatt Leistung und 31,5 Gigawattstunden Kapazität. Die Studie verlangt also etwa das Dreifache der heutigen Speicherleistung und das Siebenfache der Kapazität.
Die Ausgangsbasis ist klein: Gemessen wurden 20 Transformatoren an 13 Umspannwerken, mit Daten der Netzbetreiber Pfalzwerke Netz und Westnetz. Die Ergebnisse wurden über Standortähnlichkeiten auf 1.313 Anlagen hochgerechnet; welche Umspannwerke es in Deutschland gibt, entnahmen die Autoren OpenStreetMap, weil ein amtliches Register fehlt. Die Studie beansprucht ausdrücklich keine statistische Repräsentativität. Nicht modelliert sind Engpässe in den vor- und nachgelagerten Netzen, Sicherheitsreserven der Transformatoren, verfügbare Flächen, Genehmigungen und die Wirtschaftlichkeit; auch der klassische Netzausbau kommt als Alternative nicht vor. Auftraggeber ist der Bundesverband Solarwirtschaft, ein Interessenverband mit rund tausend Mitgliedern, der beim Bundestag als Lobbyorganisation registriert ist.
Die 150 Gigawatt beschreiben ein technisches Potenzial, keinen beschlossenen Ausbau. Vor einem Bau müsste jeder Standort einzeln geprüft werden. Die Kurzstudie steht auf der Website des Verbands.
Der Text zeigt einen konkreten Lösungsweg mit vielen Zahlen und legt Datenbasis, Auftraggeber und offene Fragen offen.
Der Beitrag erklärt verständlich, wie Batterien an Umspannwerken vorhandene Netze besser nutzen könnten, und belegt das mit Leistungswerten, Vergleichszahlen und der Nennung der Studienquelle. Besonders stark ist die Offenheit über Grenzen: nur 20 gemessene Transformatoren, fehlendes amtliches Register, nicht geprüfte Wirtschaftlichkeit und Genehmigungen sowie der Hinweis auf den Interessenverband als Auftraggeber. Der Ton bleibt sachlich und verzichtet auf Zuspitzung. Noch besser wäre eine unabhängige Gegenstimme, etwa von Netzbetreibern oder Fachleuten, die den klassischen Netzausbau als Alternative einordnen.
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