Steuer vom Amt: 41 Prozent sagen Ja
Rund 212.000 solcher Vorschläge gingen raus. Bis zum Stichtag 31. Juli stimmten nach Zahlen des Handelsblatts 41,4 Prozent zu. Knapp die Hälfte schrieb die Erklärung lieber selbst. Das Angebot galt nur für einfache Fälle und war freiwillig.
Das Finanzamt füllte den Vorschlag mit Daten, die ihm ohnehin elektronisch vorliegen: Löhne, Renten, Lohnersatzleistungen wie Eltern- oder Krankengeld, Sozialversicherungs- sowie Kranken- und Pflegebeiträge und Pauschbeträge. Angeschrieben wurden nur Beschäftigte und Rentner ohne Steuerberater. Zustimmen konnte man per Brief oder QR-Code, rund 80 Prozent taten es digital. Beim Testlauf 2025 am Finanzamt Kassel, mit etwa 6.000 Angeschriebenen, stimmten 75 Prozent zu, 4 Prozent ergänzten eigene Angaben, 21 Prozent erklärten selbst.
Das Amt kennt viele Einnahmen, aber keine Pendlerstrecke, keine Handwerkerrechnung, keine Spende. 2022 bekamen 87 Prozent der Veranlagten Geld zurück, im Schnitt 1.240 Euro – wer nur zustimmt, kann darauf verzichten. Juristen halten die Zustimmung zudem für keine Steuererklärung im Sinne der Abgabenordnung; eine eigene Rechtsgrundlage fehlt, die Mitwirkungspflicht bleibt beim Bürger.
Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Thüringen testen dasselbe Verfahren, Ergebnisse stehen aus. Wie viel Arbeitszeit die Finanzämter sparen, hat bisher kein Land beziffert – obwohl die Entlastung der Verwaltung das zweite erklärte Projektziel ist.
Der Text beschreibt ein konkretes Verwaltungsangebot mit vielen Zahlen und benennt ausdrücklich rechtliche Lücken und fehlende Wirkungsdaten.
Der Beitrag stellt einen praktischen Ansatz vor, wie Finanzämter die Steuererklärung vereinfachen, und belegt ihn mit Zustimmungsquoten, Testlaufzahlen und Rückerstattungsbeträgen. Zugleich wird ehrlich gesagt, was das Verfahren nicht leisten kann, dass eine klare Rechtsgrundlage fehlt und dass die versprochene Entlastung der Verwaltung bisher unbeziffert bleibt. Der Ton ist sachlich und ohne Zuspitzung. Mehr Tiefe brächten Stimmen von Beteiligten, eine Einordnung im Vergleich zu Nachbarländern und ein Hinweis, wie die offenen Fragen gelöst werden könnten.
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