Hochseeabkommen ratifiziert und 1,66 Prozent geschützt
Das Abkommen gilt für die Meere außerhalb nationaler Hoheit und erlaubt dort erstmals Schutzgebiete. Bisher sind 1,66 Prozent der Hohen See geschützt, das internationale Ziel für 2030 lautet 30 Prozent. Ein Schutzgebiet entsteht durch die Urkunde noch nicht.
Die Gebiete außerhalb nationaler Zuständigkeit machen knapp 64 Prozent der Ozeanfläche aus und nach Volumen rund 95 Prozent des Lebensraums im Meer. Das Abkommen ruht auf vier Säulen: Schutzgebiete, Umweltverträglichkeitsprüfungen, Zugang zu marinen genetischen Ressourcen samt Gewinnverteilung sowie Kapazitätsaufbau und Technologietransfer. Verabschiedet wurde es am 19. Juni 2023, international in Kraft trat es am 17. Januar 2026, 120 Tage nach der 60. Ratifikation durch Marokko. Vor Deutschland zählte die UN 94 Vertragsparteien.
Schutzgebiete beschließt die Vertragsstaatenkonferenz möglichst im Konsens, sonst mit Dreiviertelmehrheit. Jede Partei kann binnen 120 Tagen Einspruch erheben und ist dann nicht gebunden; sie muss gleichwertige Maßnahmen ergreifen und den Einspruch alle drei Jahre erneuern. USA, Russland und Indien haben nicht ratifiziert, für ihre Flotten gilt nichts davon. Bei der Vorbereitungskommission im März blieben Geschäftsordnung und Finanzvorschriften ungelöst.
Deutschland bereitet mit Brasilien, Chile, Ecuador, Indonesien, Mikronesien und Senegal erste Schutzgebietsvorschläge vor, im Rahmen der Initiative Living High Seas. Beschlossen wird darüber frühestens nach der ersten Vertragsstaatenkonferenz, die vom 11. bis 22. Januar 2027 in New York tagt.
Der Text erklärt ein konkretes Schutzabkommen mit präzisen Zahlen und Terminen und benennt zugleich offen dessen Lücken und Blockaden.
Konstruktiv ist, dass hier nicht nur ein Problem beschrieben, sondern ein Lösungsweg mit seinen vier Säulen, Fristen und nächsten Schritten dargestellt wird. Daten wie der Anteil geschützter Hoher See, das Inkrafttreten und die Zahl der Vertragsparteien machen das überprüfbar. Auch die Grenzen stehen klar da: fehlende Ratifikationen großer Staaten, Einspruchsrechte, ungelöste Geschäftsordnung. Noch stärker wäre der Text mit Stimmen von Fachleuten oder Hinweisen darauf, wie wirksam vergleichbare Schutzgebiete bisher waren.
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