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Frauengesundheit: 100 Millionen für Forschung doch die Strategie fehlt

In Berlin hat sich am 22. September die Allianz für Frauengesundheit gegründet, ein Bündnis aus Netzwerken des Gesundheitswesens.

Es will Eckpunkte für eine nationale Strategie erarbeiten, weil Unterschiede zwischen Frauen und Männern in Forschung, Lehre und Versorgung zu wenig berücksichtigt würden. Einen staatlichen Auftrag hat die Allianz nicht. Geld für Frauengesundheit gibt der Bund allerdings längst, rund 100 Millionen Euro.

Getragen wird die Allianz von Netzwerken wie Healthcare Frauen und Spitzenfrauen Gesundheit, gesponsert unter anderem von GSK, Novartis, Siemens Healthineers und den Pharmaverbänden BPI und vfa; Kooperationspartner sind mehrere Krankenkassen. Initiatorin ist die Gesundheitsökonomin Clarissa Kurscheid. Der Bund fördert Frauengesundheit bereits: Das Gesundheitsministerium stellt seit Januar bis zu 10 Millionen Euro für Forschung bereit, das Forschungsministerium rund 90 Millionen in dieser Legislaturperiode, darunter 22 Millionen für Endometriose. Eine nationale Strategie gibt es bisher nicht.

Die häufig zitierte Aussage, Frauen erlitten seltener einen Infarkt, stürben aber häufiger daran, stimmt so nicht: 2023 starben 26.411 Männer und 17.428 Frauen daran. Richtig ist, dass der Verlauf bei Frauen schlechter ist, im DGK-Register 6,3 gegenüber 3,6 Prozent Krankenhaussterblichkeit. Auch die Rede von anderen Symptomen führt in die Irre; fehlender Brustschmerz ist laut MEDEA-Studie ein Alterseffekt.

England hat seine Frauengesundheitsstrategie von 2022 im April 2026 zurückgezogen und neu geschrieben, weil sie ohne Mittel und Zielwerte geblieben sei. Die neue enthält Termine, etwa die Elimination von Gebärmutterhalskrebs bis 2040. Österreichs Aktionsplan von 2016 hat bis heute kein ausgewiesenes Budget.

Konstruktiv 72/100✓ Lösung benannt✓ Belege✓ Grenzen benanntTon: nüchtern

Der Text beschreibt Strategieansätze mit konkreten Zahlen, korrigiert Mythen und benennt ehrlich Schwächen bestehender Pläne im Ausland.

Der Beitrag bleibt nicht bei der Problembeschreibung, sondern zeigt mit der geplanten nationalen Strategie, bestehenden Förderprogrammen und Beispielen aus England und Österreich mögliche Wege auf. Er stützt sich auf überprüfbare Zahlen wie Fördersummen, Sterbefälle und Registerdaten und korrigiert verbreitete Fehlannahmen. Offen bleibt, was die Allianz konkret vorschlägt und wie ihre Nähe zur Pharmaindustrie einzuordnen ist. Mehr Angaben zu konkreten Maßnahmen und Stimmen unabhängiger Fachleute würden den Nutzen für Leserinnen und Leser erhöhen.

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