Greensand: Aus dem Ölfeld wird ein CO₂-Speicher
Zunächst sollen bis zu 400.000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr per Schiff zum ausgeförderten Ölfeld Nini West gebracht und 1.800 Meter unter dem Meeresboden verpresst werden. Die häufig genannten vier bis acht Millionen Tonnen sind ein Ausbauziel, keine heutige Kapazität.
Verflüssigtes CO₂ wird per Lkw zum Hafen von Esbjerg gefahren und dort auf die „Carbon Destroyer 1" verladen, das erste eigens für CO₂ gebaute Tankschiff der EU. Das Schiff bringt es zum Feld Nini West rund 250 Kilometer vor der dänischen Küste, wo das Gas in die Gesteinsschichten des früheren Ölreservoirs gepresst wird. Der geologische Dienst Dänemarks und Grönlands hat die Dichtheit des Speichers geprüft, die Prüfgesellschaft DNV die Sicherheit abgenommen.
Hinter Greensand steht ein von Ineos Energy geführtes Konsortium mit Harbour Energy und dem dänischen Staatsfonds Nordsøfonden. Seit 2023 lief ein Pilotbetrieb mit rund 15.000 Tonnen CO₂ im Jahr. In der ersten kommerziellen Phase sind bis zu 400.000 Tonnen jährlich vorgesehen, abhängig davon, wie viel CO₂ Kunden liefern; das Gas stammt zunächst vor allem aus dänischen Biogasanlagen. Vorhandene Bohrungen und Anlagen des früheren Ölfelds werden weiterverwendet. Ineos-Chef Jim Ratcliffe begründete das Projekt so: Europa werde die Klimaneutralität nicht erreichen, indem es Fabriken schließe und Arbeitsplätze exportiere. In Norwegen, das nicht zur EU gehört, wird CO₂ seit 1996 unter der Nordsee gespeichert, seit 2025 auch kommerziell für Kunden aus dem Ausland.
400.000 Tonnen sind die gegenwärtige Jahreskapazität; das entspricht weniger als einem Tausendstel der jährlichen EU-Emissionen. Vier bis acht Millionen Tonnen wären erst nach einem Ausbau möglich, für den es keinen Termin gibt. Selbst diese Menge wäre im Verhältnis zu den europäischen Emissionen gering, sagt der Aalborger Energieprofessor Brian Vad Mathiesen. CCS verhindert nicht die Entstehung von CO₂, sondern fängt einen Teil ab, transportiert und speichert ihn; die Abscheidung selbst kostet Energie. Kritiker warnen, die Speicherung könne als Ersatz für Emissionsminderungen dienen. Hinzu kommen Kosten für Abscheidung und Transport, die die Betreiber nicht beziffern, und die Überwachung des Lagers über Jahrzehnte.
Auch CO₂ aus deutschen Industrieanlagen könnte künftig nach Greensand gelangen; Deutschland hat den Export von CO₂ zur Speicherung 2025 gesetzlich zugelassen, Lieferverträge sind bisher nicht bekannt. Entscheidend ist nicht die angekündigte Ausbaukapazität, sondern wie viel Kohlendioxid tatsächlich jedes Jahr eingelagert wird; die Betreiber wollen die Mengen veröffentlichen.
Der Text beschreibt ein konkretes CO2-Speicherprojekt mit Zahlen, Akteuren und Prüfinstanzen und benennt zugleich klar dessen Grenzen und offene Fragen.
Der Beitrag erklärt verständlich, wie die CO2-Speicherung vor Dänemark technisch abläuft, wer beteiligt ist und welche Stellen die Sicherheit geprüft haben. Er ordnet die Mengen realistisch ein, trennt heutige Kapazität von bloßen Ausbauzielen und nennt Kritik, unklare Kosten und den Energiebedarf der Abscheidung. Der Ton bleibt sachlich und ohne Werbesprache. Mehr Gewicht hätten Angaben zu Kosten pro Tonne, zu alternativen Wegen der Emissionsminderung und Stimmen aus der Kritik über ein Zitat hinaus.
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