Neue Euroscheine: Neun Millionen Menschen haben bislang abgestimmt
Die Umfrage läuft seit dem 23. Juli und endet am 21. September um 23.59 Uhr. Entscheiden wird der EZB-Rat, voraussichtlich gegen Ende 2026. Die neuen Scheine kommen erst Jahre später, die bisherigen behalten ihren Wert und bleiben im Umlauf.
Bis Montagabend können Menschen über zehn mögliche Gestaltungen der nächsten Euro-Banknoten urteilen. Neun Millionen Teilnahmen machen die Umfrage groß, zu einer europäischen Abstimmung wird sie dadurch nicht. Die Entwürfe stammen aus einem Wettbewerb mit 1.241 Bewerbern aus allen EU-Ländern; 25 Designer aus elf Ländern kamen in die zweite Runde, eine Jury wählte Ende Mai die zehn Finalisten aus 39 Vorschlägen.
Zur Auswahl stehen je fünf vollständige Serien zu zwei Themen. „Europäische Kultur" zeigt Persönlichkeiten: Maria Callas auf dem Fünfer, Beethoven auf dem Zehner, Marie Curie auf dem Zwanziger, Cervantes auf dem Fünfziger, Leonardo da Vinci auf dem Hunderter und Bertha von Suttner auf dem Zweihunderter, auf den Rückseiten Bühnen, Musik, Bibliotheken und öffentliche Plätze. „Flüsse und Vögel" verbindet Mauerläufer, Eisvogel, Bienenfresser, Weißstorch, Säbelschnäbler und Basstölpel mit Landschaften von der Gebirgsquelle bis zum Meer, auf den Rückseiten die EU-Institutionen. Geplant bleiben die sechs Stückelungen von fünf bis 200 Euro; Größe und Hauptfarben sollen sich voraussichtlich nicht ändern. Neue Sicherheitsmerkmale, längere Haltbarkeit und bessere Erkennbarkeit für Sehbehinderte werden später entwickelt. Der EZB-Rat will gegen Jahresende das endgültige Design auswählen.
Die Online-Umfrage ist nicht repräsentativ: Sie steht allen offen, unabhängig von Alter, Staatsangehörigkeit oder Wohnort, und Mehrfachteilnahmen lassen sich nicht ausschließen. Neun Millionen Teilnahmen lassen sich deshalb nicht mit den rund 350 Millionen Menschen im Euroraum vergleichen. Parallel lässt die EZB ein unabhängiges Meinungsforschungsinstitut eine repräsentative Befragung mit denselben Fragen durchführen. Beide Ergebnisse fließen in die Entscheidung des EZB-Rats ein, binden ihn aber nicht. Die Designentscheidung ist noch kein Produktionsstart: Entwicklung, Sicherheitsprüfung und schrittweise Ausgabe dauern anschließend mehrere Jahre; einen Termin nennt die EZB nicht. Die aktuelle Europa-Serie ist erst seit 2019 vollständig.
Die Umfrage endet am 21. September um 23.59 Uhr. Die Ergebnisse veröffentlicht die EZB erst nach der Entscheidung des Rates. Wann der erste neue Schein ausgegeben wird, steht nicht fest.
Sachlicher, faktenreicher Erklärtext zu einem laufenden Beteiligungsverfahren, der Aussagekraft und offene Fragen ehrlich einordnet.
Der Text schildert einen konkreten Prozess mit vielen überprüfbaren Angaben: Fristen, Teilnehmerzahlen, Auswahlverfahren, Motive und Zuständigkeiten. Besonders stark ist die Einordnung, dass die Online-Umfrage nicht repräsentativ ist, Mehrfachteilnahmen möglich sind und der EZB-Rat nicht gebunden ist. Der Ton bleibt durchgehend ruhig und erklärend. Mehr Gewicht bekäme der Text durch Stimmen von Beteiligten oder Kritik am Verfahren sowie durch eine Einordnung, was Bürgerbeteiligung in solchen Entscheidungen praktisch bewirkt.
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