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Tempo 30 wirkt und der Flickenteppich bleibt ungeprüft

Mal gilt Tempo 30, wenige Straßen weiter wieder Tempo 50. Ein Spiegel-Beitrag berichtet, dieser Wechsel könne der Verkehrssicherheit sogar nutzen. Belegt ist davon nur die eine Hälfte: Niedrigere Geschwindigkeiten verringern Unfälle und ihre Folgen.

Eine Untersuchung, die Unfallzahlen bei wechselnden mit denen bei durchgehenden Limits vergleicht, gibt es nicht. 2025 starben innerorts 960 Menschen im Straßenverkehr. Fast zwei Drittel von ihnen gingen zu Fuß oder fuhren Rad.

Innerorts gilt weiter Tempo 50 als Grundregel. Seit der StVO-Novelle vom 11. Oktober 2024 können Kommunen Tempo 30 leichter anordnen, neu an Fußgängerüberwegen, Spielplätzen, hochfrequentierten Schulwegen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen; Lücken zwischen zwei 30er-Abschnitten dürfen bis 500 statt 300 Meter geschlossen werden. Die zugehörige Verwaltungsvorschrift kam erst im März 2025. Nach einer Auswertung von OpenStreetMap-Daten für 2022 galt in Berlin auf rund 60 Prozent der Straßenkilometer höchstens Tempo 30, in Salzgitter auf 18.

Die Metastudie der Björn-Steiger-Stiftung, erstellt unter dem Unfallforscher Siegfried Brockmann, wertet 15 Kommunen aus. Sie zeigt selbst, wie stark Rohwerte täuschen: In Edinburgh sanken die Unfälle um 42 Prozent, mit Vergleichsgruppe gerechnet nur um 8. Graz kommt auf 12 Prozent nach zwei Jahren, ohne Bereinigung. ADAC und Verkehrspsychologie sagen übereinstimmend, ein Limit wirke nur, wenn es nachvollziehbar ist.

Brockmann selbst fordert seit April 2026 die Umkehr von Regel und Ausnahme, Tempo 30 als Standard und Tempo 50 als begründete Ausnahme. Seine Begründung: Das schaffe Klarheit für Autofahrer. Helsinki kam zuletzt zwölf Monate ohne Verkehrstoten aus, betont aber, dass Umbau und Kontrolle dazugehören.

Konstruktiv 78/100✓ Lösung benannt✓ Belege✓ Grenzen benanntTon: nüchtern

Der Text verbindet konkrete Zahlen, eine klare Lösungsdebatte um Tempo 30 und offene methodische Einschränkungen in sachlichem Ton.

Der Beitrag beschreibt nicht nur das Problem tödlicher Unfälle innerorts, sondern zeigt mit der StVO-Novelle, kommunalen Beispielen und dem Vorschlag, Tempo 30 zum Standard zu machen, konkrete Handlungswege auf. Er belegt das mit Jahreszahlen, Prozentwerten und benannten Quellen wie der Metastudie der Björn-Steiger-Stiftung. Stark ist, dass er die Grenzen der Daten offenlegt, etwa den Unterschied zwischen Rohwerten und bereinigten Zahlen in Edinburgh und die fehlende Vergleichsuntersuchung. Mehr Gewicht bekäme der Text durch Gegenstimmen zur Forderung und durch Hinweise, was die Umsetzung in Kommunen praktisch kostet oder bremst.

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