Deutsche Wirtschaft wächst im Sommer leicht und Exporte schwächeln
Am Freitag, dem 30. Oktober, meldete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden für Juli bis September ein Wachstum der deutschen Wirtschaft von 0,2 Prozent zum Vorquartal. Das ist mehr, als Ökonomen erwartet hatten. Das Bruttoinlandsprodukt, also der Gesamtwert aller in Deutschland hergestellten Waren und Dienstleistungen, stieg damit trotz niedriger Pegelstände am Rhein, die die Binnenschifffahrt bremsten. Im zweiten Quartal waren es 0,3 Prozent gewesen.
Nach Angaben der Statistiker stiegen die Konsumausgaben leicht; die Zahlen sind vorläufig. Im ersten Quartal war die Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent gewachsen. Gegenüber dem dritten Quartal des Vorjahres lag sie 1,3 Prozent höher. Für das Gesamtjahr hob die Bundesregierung ihre Prognose auf 1,3 Prozent Wachstum an, das ifo-Institut in München erwartet 1,4 Prozent. Zum Vergleich: 2025 betrug das Plus nur 0,2 Prozent, danach folgten zwei schwächere Jahre: Die Wirtschaft stagnierte und schrumpfte zuvor.
Die Exporte, in der ersten Jahreshälfte noch sehr dynamisch, schwächten sich laut Bundesamt merklich ab; auch die Investitionen gingen zurück. Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Bank Bethman Hal, sagt, ohne das schuldenfinanzierte Fiskalpaket des Bundes hätte die Wirtschaft wohl stagniert. Ohne wachstumsfördernde Investitionen werde der Effekt kaum über 2027 hinaus halten.
Für das laufende vierte Quartal rechnen Volkswirte mit einem deutlichen Plus. Das ifo-Institut meldet, dass sich die Stimmung in den Chefetagen den sechsten Monat in Folge verbessert hat. Ob die Exporte wieder anziehen, zeigen die nächsten Quartalszahlen des Statistischen Bundesamts.



