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Wiens Gemeindebau: Die Mieten sind niedrig und die Kosten nicht gedeckt

Seit dem 22. September vergibt Wien seine Gemeindewohnungen nach einem Punktesystem. So heißen in der österreichischen Hauptstadt die Mietwohnungen, die der Stadt selbst gehören.

Gebaut werden sie seit mehr als hundert Jahren, und Wien hat den Bestand gehalten, statt ihn zu verkaufen. Die Mieten liegen deutlich unter denen privater Vermieter. Laut der städtischen Hausverwaltung lebt etwa jeder vierte Einwohner in einer solchen Wohnung.

Die Hausverwaltung Wiener Wohnen zählt rund 220.000 Gemeindewohnungen, dazu kommen rund 200.000 geförderte Wohnungen, überwiegend von gemeinnützigen Bauträgern. Ab 1923 baute die Stadt mit Hilfe einer eigenen Wohnbausteuer bis 1934 rund 65.000 Wohnungen. Laut Statistik Austria zahlten Mieter im Gemeindebau 2024 im Schnitt 8,20 Euro je Quadratmeter einschließlich Betriebskosten, in privaten Mietwohnungen 12,20 Euro. Die Verträge sind unbefristet. Die Einkommensgrenze liegt für einen Einpersonenhaushalt bei 61.280 Euro netto im Jahr. Dresden dagegen verkaufte 2006 seinen gesamten Bestand von rund 48.000 städtischen Wohnungen an den US-Finanzinvestor Fortress.

Laut Jahresabschluss 2025 deckten die Einnahmen von Wiener Wohnen, knapp 1,3 Milliarden Euro, die laufenden Kosten nicht. Die Bankschulden stiegen um rund 200 Millionen auf 2,78 Milliarden Euro. Wer neu nach Wien zieht, bekommt frühestens nach zwei Jahren eine Gemeindewohnung. Neue private Angebote kosteten laut ImmoScout24 von Januar bis April im Mittel 22,45 Euro je Quadratmeter einschließlich Betriebskosten.

Bis zum 24. September lagen laut ORF mehr als 32.000 Anträge auf ein Wohn-Ticket vor, eine Art Wohnberechtigungsschein. Im April 2027 dürfen die Mieten im Gemeindebau wegen der österreichischen Mietpreisbremse um höchstens zwei Prozent steigen. Mehr als 1.000 neue Gemeindewohnungen sind im Bau.

Konstruktiv 84/100✓ Lösung benannt✓ Belege✓ Grenzen benanntTon: nüchtern

Der Text zeigt mit vielen konkreten Zahlen ein funktionierendes Wohnmodell und benennt zugleich Schulden, Wartezeiten und Finanzierungslücken.

Der Beitrag beschreibt nicht nur ein Problem, sondern einen erprobten Ansatz: den kommunalen Wohnbau in Wien, samt Mietpreisen, Bestandszahlen und laufenden Bauvorhaben. Die Angaben sind mit Quellen wie Statistik Austria, Wiener Wohnen und ORF unterlegt. Auch die Schattenseiten kommen vor, etwa Bankschulden von 2,78 Milliarden Euro, ungedeckte Kosten und lange Wartezeiten für Zugezogene. Noch hilfreicher wäre es, einzuordnen, ob und wie das Modell anderswo übertragbar wäre und wie die Finanzierungslücke geschlossen werden soll.

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