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Vor dem Fusionsreaktor kommt das Supraleiterband

Am 9. September 2026 hat das Münchner Start-up Proxima Fusion in Hannover eine Absichtserklärung mit dem Land Niedersachsen unterschrieben: Dort soll eine Fabrik für supraleitende Metallbänder entstehen – das Material, aus dem die Magnete künftiger Fusionskraftwerke gewickelt werden.

Rund 140 Millionen Euro sind bis Ende 2029 veranschlagt, 21 Millionen davon sagt das Land zu. Ein Standort ist noch nicht ausgewählt.

Proxima Fusion baut einen Stellarator – einen Fusionsreaktor, dessen Plasma von verdrehten Magnetspulen zusammengehalten wird. Das Band dafür ist kein Draht, sondern ein Metallstreifen mit keramischer Beschichtung, der unterhalb von etwa minus 180 Grad Celsius supraleitend wird. Rund 20.000 Kilometer braucht der Demonstrator „Alpha", etwa 40.000 Kilometer das geplante Kraftwerk „Stellaris". Industriell gefertigt wird das Material bisher vor allem in Japan, China und den USA; die Fabrik soll diese Lücke in Europa schließen. Das 2023 aus dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik ausgegründete Unternehmen sammelte im Juli 411 Millionen Euro ein.

Die Absichtserklärung ist rechtlich nicht bindend. Von den angestrebten 70 Millionen Euro öffentlicher Mittel sind bisher nur die 21 Millionen des Landes benannt; Standort und Technologiepartner stehen offen. Marktführer Faraday Factory Japan hatte der Fusionsbranche bis September 2024 gut 5.000 Kilometer geliefert – Proxima allein braucht das Vierfache. Das DIW sieht den Schwerpunkt der Fusionsforschung bei Nischenprodukten, nicht bei der Stromerzeugung.

Eine erste Modellspule will Proxima 2027 fertigen, den Demonstrator Alpha Anfang der 2030er Jahre. Ob in Niedersachsen tatsächlich gebaut wird, entscheidet sich, wenn Standort, Partner und die fehlenden rund 49 Millionen Euro geklärt sind.

Konstruktiv 82/100✓ Lösung benannt✓ Belege✓ Grenzen benanntTon: nüchtern

Der Text beschreibt ein konkretes Technologievorhaben mit vielen Zahlen und benennt offene Fragen und Finanzierungslücken ausdrücklich.

Der Beitrag erklärt verständlich, woran gearbeitet wird und welchen Engpass die geplante Fabrik schließen soll. Zahlen zu Kosten, Bandlängen, Zeitplan und Fördermitteln machen die Aussagen überprüfbar. Zugleich werden Grenzen offen genannt: die unverbindliche Absichtserklärung, der fehlende Standort, die Finanzierungslücke und die skeptische Einschätzung des DIW. Mehr Gewicht bekäme der Text durch weitere unabhängige Stimmen und eine Einordnung, wie realistisch der Zeitplan im Vergleich zu ähnlichen Projekten ist.

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