Der Regen fällt. Die Dürre bleibt im Boden.
Der Deutsche Wetterdienst bilanziert den Sommer mit 170,1 Millimetern Niederschlag, 29,3 Prozent unter der Vergleichsperiode 1991 bis 2020; der August war der sechste Monat in Folge mit zu wenig Regen. Von November 2025 bis Juli 2026 fielen rund 420 Millimeter gegenüber 586 im Mittel, eine der beiden trockensten Neunmonatsperioden seit 1882. Dazu kam mit 19,6 Grad der zweitwärmste Sommer seit Messbeginn. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), das den Dürremonitor Deutschland betreibt, zog Anfang September Bilanz: Hitzewellen und geringe Niederschläge hätten besonders im Süden zu extremer Bodendürre geführt. Auf der Karte vom 10. August lagen Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz überwiegend in „extremer Dürre", der Norden nur in „ungewöhnlich bis moderat trocken". In den oberen 60 Zentimetern waren die Böden nach DWD-Messungen häufig nur knapp über den Werten der Dürrejahre 2018 und 2022, im Süden darunter.
Der Dürremonitor bildet zwei Schichten ab: den Oberboden bis 25 Zentimeter, der schnell auf Regen reagiert, und den Gesamtboden bis zu zwei Meter Tiefe. Grundlage ist eine Modellrechnung aus den Daten von rund 2.500 DWD-Stationen, die die berechnete Bodenfeuchte mit den üblichen Werten von 1974 bis 2023 vergleicht und fünf Klassen zuordnet, von „ungewöhnlich trocken", statistisch alle drei Jahre, bis „außergewöhnliche Dürre", alle 50 Jahre. Die Karten zeigen einen Durchschnitt der vergangenen 14 Tage; kräftiger Regen erscheint deshalb nicht sofort, und auf den Gesamtboden hat ein einzelnes Regenereignis nach Angaben des UFZ nur sehr begrenzte Wirkung. Die Gewitter Ende August haben das Defizit im Südwesten nur oben gemildert.
Niederschlag in Millimetern ist nicht dasselbe wie Bodenfeuchte: Der DWD misst den Regen, der Dürremonitor simuliert den Boden. Die Dürreklassen beschreiben, wie ungewöhnlich niedrig die Feuchte im Vergleich zur langjährigen Verteilung liegt, keine ausgetrocknete Fläche im wörtlichen Sinn. Eine bundesweite Flächenquote veröffentlicht das UFZ nicht. Seit Juni 2025 arbeitet der Monitor mit überarbeitetem Modell und feinerem Raster, Vergleiche mit älteren Karten müssen das berücksichtigen. Ernte- und Forstschäden erfasst keine der beiden Quellen.
Der Gesamtboden braucht Niederschläge über Monate, vor allem im Winterhalbjahr, wenn die Verdunstung sinkt. Der DWD erwartet für den September keine flächige Entspannung. Die täglichen Karten stehen auf ufz.de, die Monatswerte in der Klimaüberwachung des DWD.
Sehr faktenreicher, nüchterner Erklärtext mit vorbildlicher Offenlegung von Methodengrenzen, aber ohne Ansätze zu Lösungen oder Handlungsmöglichkeiten.
Der Text arbeitet mit vielen konkreten Zahlen, nennt Quellen wie den Deutschen Wetterdienst und das Helmholtz-Zentrum und erklärt verständlich, wie der Dürremonitor funktioniert. Besonders stark ist die Ehrlichkeit über Grenzen: Modellrechnung statt Messung, Umstellung des Modells 2025, keine Angaben zu Ernteschäden. Es fehlt jedoch jeder Blick darauf, wie Landwirtschaft, Forst oder Wasserwirtschaft auf die Trockenheit reagieren oder welche Maßnahmen diskutiert werden. Wer Beispiele für Anpassung oder Vorsorge ergänzt, würde den Text deutlich konstruktiver machen.
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