Shida Bazyar gewinnt den Deutschen Buchpreis
Der mit 25.000 Euro dotierte Preis zeichnet zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Bazyar setzte sich gegen fünf weitere Bücher der Endauswahl durch.
Der Roman spielt im fiktiven Heimesbach im Hunsrück, dessen Vorbild Bazyars Geburtsort Hermeskeil ist. Eine tote Erzählerin führt durch fast ein Jahrhundert Dorfgeschichte. Jüdische Nachbarn werden während der NS-Zeit vertrieben und ermordet, andere profitieren oder schweigen. Jahrzehnte später erfahren zwei iranische Familien erneut Ausgrenzung. Die Jury sieht darin einen neu gedachten Heimatroman, der große deutsche Konflikte in einem kleinen Ort sichtbar macht.
Bazyar wurde 1988 als Tochter iranischer Eltern in Hermeskeil geboren. In ihrer Dankesrede rückte sie nicht ihren persönlichen Erfolg in den Mittelpunkt. Sie warnte vor antisemitischen und rassistischen Straftaten und vor der Gewöhnung an Forderungen nach Deportation oder „Remigration“. Freude über die Auszeichnung falle ihr angesichts des ernsten Stoffes schwer.
„Die Lücken“ ist Bazyars dritter Roman und galt bereits vor der Preisvergabe als Favorit. Der Buchpreis bleibt die Entscheidung einer siebenköpfigen Jury, keine Abstimmung des Publikums. Seine unmittelbare Wirkung ist dennoch groß: Die Auszeichnung verschafft dem Roman zur Frankfurter Buchmesse eine Aufmerksamkeit, die nur wenige literarische Neuerscheinungen erreichen.
Sachlicher, faktenreicher Kulturbericht mit ehrlicher Einordnung, der aber vor allem ein Ereignis schildert statt Lösungen oder Fortschritte aufzuzeigen.
Der Text liefert klare Fakten: Preissumme, Jurygröße, Entstehungsort und Inhalt des Romans sowie die Aussagen der Autorin. Er ordnet zudem ehrlich ein, dass es sich um eine Jury und nicht um ein Publikumsvotum handelt, und benennt die begrenzte, aber reale Wirkung der Auszeichnung. Was fehlt, ist eine lösungsorientierte Perspektive: Wie Literatur oder Preise konkret gegen Ausgrenzung wirken könnten, bleibt offen. Hinweise auf Wirkungen, Initiativen oder Belege für Veränderung würden den Text konstruktiver machen.
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