Tipps und Tricks der internationalen Diplomatie
Die deutsche Diplomatin Helga-Maria Schmid, frühere OSZE-Generalsekretärin, wirbt für mehr Frauen am Verhandlungstisch. Derzeit sind Frauen nur an zehn bis 13 Prozent der internationalen Verhandlungen beteiligt, sagt sie im „Spiegel"-Interview – dabei seien Abkommen mit Frauenbeteiligung nachweislich haltbarer. Ab Februar führt Schmid die Münchner Sicherheitskonferenz gemeinsam mit dem früheren NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg – als erste Frau an der Spitze der Konferenz.
Schmid gehört zu den erfahrensten Unterhändlerinnen Europas: Sie verhandelte 2015 als Chefunterhändlerin das Atomabkommen mit Iran, war Generalsekretärin des Europäischen Auswärtigen Dienstes und der OSZE und leitet heute das Europäische Friedensinstitut in Brüssel, das zuletzt in der Demokratischen Republik Kongo die Waffenniederlegung einer bewaffneten Gruppe vermittelte. Ihre Grundsätze: Vertrauen ist die wichtigste Währung, das Gegenüber darf nie das Gesicht verlieren, und festgefahrene Gespräche bricht man in Teilpakete auf, statt den Druck öffentlich zu erhöhen. Zum Umgang mit autoritären Regimen zitiert sie ein altes Sprichwort: „Man verhandelt mit seinen Feinden, nicht mit seinen Freunden."
Die Aussagen stammen aus einem Interview und beruhen auf persönlicher Erfahrung; die Studien zur längeren Haltbarkeit von Abkommen mit Frauenbeteiligung benennt Schmid nicht konkret. Erfolge stiller Vermittlung lassen sich zudem von außen kaum überprüfen – Schmid selbst sagt, über Details müsse geschwiegen werden, um Beteiligte zu schützen.
Ihr Amt bei der Münchner Sicherheitskonferenz tritt Schmid im Februar an; die Konferenz will Akteure ganzjährig auch abseits der großen Bühne zusammenbringen. Ihr Rat für Verhandlungen im Alltag: erst zuhören, statt sich früh auf Positionen festzulegen.
Der Text zeigt konkrete Verhandlungsansätze und Erfolge, belegt sie mit Zahlen und Biografie und benennt offen, dass Quellen und Wirkung kaum überprüfbar sind.
Konstruktiv ist, dass nicht nur ein Missstand beschrieben wird, sondern Arbeitsweisen benannt werden, die funktionieren: Vertrauen, Gesichtswahrung, Aufteilen festgefahrener Gespräche in Teilpakete. Zahlen zur Frauenbeteiligung und konkrete Stationen wie das Iran-Abkommen oder die Vermittlung im Kongo geben dem Text Substanz. Der Beitrag räumt zudem ein, dass die zitierten Studien nicht benannt sind und stille Vermittlung von außen kaum prüfbar bleibt. Mehr Gewicht bekäme der Text durch konkrete Quellenangaben und eine zweite, unabhängige Stimme neben dem Interview.
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