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Zwei von neun planetaren Grenzen sind noch eingehalten

Neun Belastungsgrenzen beschreiben, wie weit der Mensch das Erdsystem beanspruchen kann, ohne dass es kippt.

Das Planetary Boundaries Science Lab am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung hat am 21. September seinen Jahresbericht vorgelegt, an dem mehr als 60 Forschende mitgearbeitet haben. Sieben dieser neun Grenzen sind überschritten, und bei allen sieben wächst der Druck weiter. Im sicheren Bereich liegen nur noch die Ozonschicht und die Belastung durch Schwebteilchen.

Überschritten sind die Grenzen beim Klima, bei der Integrität der Biosphäre, bei Landnutzung und Süßwasser, bei den Stickstoff- und Phosphorkreisläufen, bei neuartigen Stoffen wie Plastik und Pestiziden sowie bei der Versauerung der Ozeane. Der Bericht nennt für 2026 eine CO2-Konzentration von 426 Teilchen pro Million; als sicher gilt 350, vor der Industrialisierung waren es etwa 280. Arten sterben mit mehr als 100 Aussterbeereignissen je Million Arten und Jahr aus, sicher wären 10. Zwischen Januar 2023 und September 2025 war 84,4 Prozent der weltweiten Korallenrifffläche Hitzestress ausgesetzt, der Bleichen auslöst.

Die neun Grenzen sind keine Kippschalter. Ihre Überschreitung markiert wachsendes Risiko, keinen Stichtag. Einige Werte beruhen auf Modellen, besonders die Belastung durch neuartige Chemikalien lässt sich kaum in einer Zahl fassen. Und die bekannte Kreisgrafik übertreibt Unterschiede optisch, weil ihre Flächen quadratisch mit den Werten wachsen. Das haben Forschende 2024 in Earth System Dynamics kritisiert.

Die beiden eingehaltenen Grenzen haben eines gemeinsam: Bei beiden wurde eine abgegrenzte Stoffgruppe international reguliert. Rund 99 Prozent der ozonschädlichen Substanzen sind ausgephast, die Schicht soll um 2040 ihr Niveau von 1980 erreichen. Bei den sieben überschrittenen Grenzen gibt es keinen solchen Stoff.

Konstruktiv 78/100✓ Lösung benannt✓ Belege✓ Grenzen benanntTon: nüchtern

Faktenreicher, nüchterner Text, der neben der Problemlage auch einen Erfolgsfall und methodische Unsicherheiten offenlegt.

Der Text belegt seine Aussagen mit konkreten Zahlen, Zeiträumen und einer benannten Studie und ordnet sie ein, statt zu dramatisieren. Er benennt ehrlich die Grenzen des Konzepts, etwa Modellunsicherheit und eine irreführende Grafik. Konstruktiv wirkt vor allem der Hinweis, dass die beiden eingehaltenen Grenzen auf internationale Regulierung einer klar abgegrenzten Stoffgruppe zurückgehen. Mehr Gewicht bekäme der Text durch konkrete Handlungsansätze für die überschrittenen Bereiche, etwa laufende Vorhaben, Akteure und deren bisherige Wirkung.

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