Organspende: Der Bundestag berät die Widerspruchsregelung
Der Bundestag hat am 24. September erstmals über einen Gesetzentwurf beraten, der das umkehrt: Volljährige gälten als mögliche Spender, sofern sie nicht widersprochen haben. 254 der 630 Abgeordneten tragen ihn mit, eine Mehrheit bräuchte 316 Stimmen. Beschlossen ist nichts, zunächst beraten die Ausschüsse.
2025 spendeten 985 Menschen nach ihrem Tod mindestens ein Organ, der höchste Wert seit 2012. Ende des Jahres standen 8.199 Menschen auf der Warteliste, über 600 sterben dort jährlich. Im Organspenderegister, seit März 2024 in Betrieb, liegen knapp 633.000 Erklärungen; 82 Prozent stimmen uneingeschränkt zu, 8,7 Prozent widersprechen. Bei nur rund 15 Prozent der möglichen Spenden liegt ein schriftlicher Wille vor. Der Gegenantrag will 18-Jährige zu einer Entscheidung auffordern und die Registrierung erleichtern. Ein dritter Entwurf kommt vom Bundesrat.
Ob der Systemwechsel allein wirkt, ist offen. Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung fand 2024, dass der Wechsel zur Widerspruchslösung die Spenderraten nicht automatisch erhöht. Eine Auswertung von 24 Ländern in PNAS Nexus kam auf sieben Prozent mehr postmortale Spenden, aber bis zu 29 Prozent weniger Lebendspenden. Bulgarien hat die Widerspruchsregelung und liegt unter Deutschland.
Innerhalb Deutschlands schwanken die Zahlen bei gleichem Recht stark: Hamburg kommt auf 27 Spenden je Million Einwohner, Nordrhein-Westfalen auf 9,3. Österreich mit Widerspruchsregelung liegt bei 20,9, Deutschland bei 11,3. Die Ausschüsse beraten als Nächstes.
Der Text beschreibt konkrete Gesetzesvorschläge, belegt sie dicht mit Zahlen und Studien und benennt offen die Zweifel an der Wirksamkeit.
Der Beitrag bleibt nicht beim Problem stehen, sondern stellt mehrere Lösungswege vor: die Widerspruchslösung, den Gegenantrag zur Entscheidungsaufforderung und einen Entwurf des Bundesrats. Zahlen zu Spenden, Warteliste, Register und internationalen Vergleichen machen die Lage nachvollziehbar, Studien des Max-Planck-Instituts und aus PNAS Nexus zeigen ehrlich, dass ein Systemwechsel allein wenig garantiert. Der Ton ist sachlich und ohne Dramatisierung. Mehr Tiefe brächte ein Blick darauf, woran die grossen Unterschiede zwischen Hamburg und Nordrhein-Westfalen liegen und welche organisatorischen Schritte in Kliniken nachweislich helfen.
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