Asylanträge in Europa sinken um ein Viertel
Deutschland lag in dieser Zählung hinter Frankreich und Italien auf Rang drei. Veröffentlicht wurden die Angaben am 4. Oktober.
Dem Bericht zufolge wurden von Januar bis September rund 453.000 Schutzanträge registriert. Deutschland kam auf gut 70.000. Die bereits veröffentlichte Halbjahresbilanz der EU-Asylagentur zeigte dieselbe Richtung: Sie meldete den niedrigsten Stand seit 2019, wenn die Pandemiejahre ausgenommen werden. Die größte Gruppe der Anträge entfiel europaweit auf Menschen aus Afghanistan.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt führt den Rückgang auf nationale und europäische Maßnahmen zurück. Das lässt sich aus der Statistik allein nicht ableiten. Die EU-Asylagentur nennt auch weniger Anträge von Menschen aus Syrien, Venezuela, Kolumbien, der Ukraine und der Türkei. Der neue EU-Asylpakt gilt erst seit Juni; der Rückgang hatte bereits vorher begonnen.
Die Neunmonatszahlen stammen aus einem vertraulichen Dokument der EU-Kommission, das bisher nicht veröffentlicht wurde. Zudem werden Anträge gezählt, nicht neu eingereiste Menschen; wiederholte Anträge sind enthalten. Geflüchtete aus der Ukraine erhalten meist vorübergehenden Schutz und erscheinen deshalb nicht automatisch in dieser Statistik. Ob der Rückgang anhält und welche Maßnahmen ihn verursacht haben, lässt sich aus der Zahl allein nicht ableiten.
Sehr faktenreicher, nüchterner Text mit vorbildlicher Einordnung der Datengrenzen, aber ohne echte Lösungs- oder Fortschrittsperspektive.
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