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Wadephul spricht erstmals seit Kriegsbeginn mit Lawrow

Vier Jahre lang gab es kein bilaterales Gespräch zwischen den Außenministern Deutschlands und Russlands. Am 26. September traf Johann Wadephul seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow für gut 20 Minuten am Rand der UN-Generalversammlung in New York.

Sie sprachen über den Krieg gegen die Ukraine, das beschädigte deutsch-russische Verhältnis und Getreideexporte über das Schwarze Meer. Es war das erste Treffen dieser Ebene seit Januar 2022.

Nach Angaben aus der deutschen Delegation forderte Wadephul Russland auf, seinen Eskalationskurs gegenüber Deutschland, Europa und der NATO zu beenden und einem vollständigen Waffenstillstand in der Ukraine zuzustimmen. Er drängte Lawrow außerdem, eine Vereinbarung über Getreideexporte durch das Schwarze Meer zu ermöglichen. Wadephul sprach auch den versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle an, für den die Bundesregierung Russland verantwortlich macht. Moskau weist den Vorwurf zurück. Lawrow erklärte anschließend, Wadephul habe ihm nichts Neues gesagt.

Nach gut 20 Minuten gab es weder eine Vereinbarung noch einen weiteren Gesprächstermin. Auch der Ursprung des Treffens bleibt umstritten. Moskau spricht von einer kurzfristigen deutschen Anfrage. Aus dem Umfeld der Vereinten Nationen hieß es dagegen, Lawrow habe seine Gesprächsbereitschaft zuvor über Drittstaaten übermitteln lassen. Die Ukraine war an dem Gespräch nicht beteiligt.

Wadephul erklärte, weitere Gespräche seien möglich, wenn Russland konstruktiv verhandle und vom Krieg ablasse. Lawrow kündigte in seiner anschließenden UN-Rede dagegen an, Russland werde seine militärischen Ziele weiterverfolgen. Der nächste überprüfbare Schritt ist deshalb ein weiterer Gesprächstermin. Vereinbart wurde er bisher nicht.

Konstruktiv 58/100✗ Lösung benannt✓ Belege✓ Grenzen benanntTon: nüchtern

Nüchterner, gut belegter Bericht über ein Treffen ohne Ergebnis, der Grenzen klar benennt, aber keinen Lösungsansatz aufzeigt.

Der Text schildert das Gespräch sachlich, nennt konkrete Themen, Zeitangaben und widersprüchliche Darstellungen zur Entstehung des Treffens. Stark ist die Ehrlichkeit über offene Fragen: keine Vereinbarung, kein Folgetermin, die Ukraine nicht beteiligt. Es fehlt jedoch ein erkennbarer Fortschritt oder ein Ansatz, wie eine Annäherung gelingen könnte. Hinweise auf frühere funktionierende Formate wie das Getreideabkommen oder Einschätzungen zu möglichen nächsten Wegen würden den Text konstruktiver machen.

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