UN-Konferenz in Armenien: Viele Staaten hinken beim Artenschutz hinterher
Die Staaten der Welt haben sich eigene Ziele gesetzt, um die Vielfalt der Tiere und Pflanzen zu schützen. Weniger als die Hälfte von ihnen liegt dabei auf gutem Kurs, sagte UN-Generalsekretär António Guterres in Eriwan, der Hauptstadt Armeniens. Dort beginnt am Montag die Konferenz der Vertragsstaaten der UN-Konvention über Biodiversität. Sie berät, wie sich die Ziele noch erreichen lassen, berichtet die Tagesschau am 18. Oktober.
Im Gastland Armenien waren vor 30 Jahren 21 Prozent des Landes bewaldet, offiziell sind es heute sieben Prozent, sagt Gor Hovhannisyan, Gründer einer Naturschutzorganisation. Im Dilijan-Nationalpark im Nordosten des Landes sucht er mit zwei Rangern nach illegalen Holzfällern; eine App macht aus Satellitenbildern Markierungen, wo Bäume gefallen sind. Zuschüsse bekommt er vom Caucasus Nature Fund, einer Stiftung, die das deutsche Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, der deutsche WWF und die US-Organisation Conservation International gegründet haben. Sie fördert Projekte in Armenien mit 1,4 Millionen jährlich, in Georgien mit zwei Millionen.
Wie viel Wald Armenien wirklich bleibt, ist unsicher: Hovhannisyan hält die offiziellen Zahlen für zu hoch und schätzt weniger als fünf Prozent. Laut Stiftungsleiter Arman Vermishyan muss der jeweilige Staat bei jeder Förderung mindestens die Hälfte selbst aufbringen. An Lösungen durch die Konferenz glaubt Hovhannisyan nicht; die Politiker würden über schöne Pläne reden, die keiner glaube.
Die Konferenz in Eriwan ist auf zwei Wochen angesetzt. In dieser Zeit verhandeln die fast 200 Vertragsstaaten über ihre Ziele zum Artenschutz. Im Dilijan-Nationalpark verfolgt Hovhannisyan derweil einen neuen Fall: Er hat das Kennzeichen eines mutmaßlichen Holzdiebs fotografiert.
Der Text verbindet konkrete Zahlen und ein funktionierendes Schutzprojekt mit ehrlicher Skepsis, bleibt aber bei der Wirkung der Maßnahmen und der Konferenz vage.
Der Text zeigt mit der App-gestützten Suche nach illegalen Holzfällern und der Stiftungsförderung ein konkretes Beispiel für Gegenmaßnahmen. Zahlen zu Waldanteil, Fördersummen und Eigenanteil machen das Bild nachvollziehbar, und die Unsicherheit über die wahren Waldflächen sowie die Skepsis gegenüber der Konferenz werden offen benannt. Es fehlt jedoch ein Beleg, ob das Projekt tatsächlich Abholzung verringert hat, etwa durch Zahlen zu aufgedeckten Fällen oder Verurteilungen. Mehr Einordnung, was bisherige Konferenzen erreicht haben, würde den Wert ebenfalls erhöhen.
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