UN-Bericht: Welt steuert weit über die vereinbarte Klimagrenze
Vereinbart sind höchstens 1,5 Grad Erwärmung, der Kurs zeigt auf 2,8. So stark könnte sich die Erde bis Ende des Jahrhunderts im schlechtesten Fall gegenüber der vorindustriellen Zeit erwärmen, wenn die Regierungen weitermachen wie bisher. Das rechnet das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, kurz UNEP, in einem Bericht vor, über den die Tagesschau am 21. Oktober berichtete. Die niedrigere Marke hatte die Weltgemeinschaft im Pariser Klimaabkommen, dem weltweiten Klimavertrag, vereinbart.
Um die vereinbarte Grenze nur um wenige Zehntelgrad zu überschreiten, auf 1,7 bis 1,8 Grad bis Mitte des Jahrhunderts, müssten die weltweiten Treibhausgasemissionen laut Bericht bis 2035 jedes Jahr um gut sechs Prozent sinken, gemessen am Stand von 2025. Tatsächlich steigen sie weiter, vor allem durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas. Fortschritte gibt es beim Ausbau: Seit dem Pariser Abkommen sind die Kapazitäten für erneuerbare Energien laut der Leiterin des Umweltprogramms dreimal schneller gewachsen als erwartet, Solarstrom sogar siebenmal schneller als prognostiziert. Der Kohleanteil wuchs langsamer.
Auch die Klimapläne der Länder reichen nicht: Selbst ihre ehrgeizigen Versprechen würden die Erwärmung laut Bericht nur auf 2,1 Grad begrenzen, und Versprechen sind noch keine Umsetzung. UN-Generalsekretär António Guterres hält ein Überschreiten der vereinbarten Grenze für unvermeidbar. Ungeklärt ist zudem, ob und unter welchen Bedingungen Industrieländer Klimaschutz und Anpassung in Entwicklungsländern bezahlen.
Der nächste Termin ist die 31. Weltklimakonferenz im November im türkischen Antalya. Die Konferenzleitung schlägt ein weltweites Ziel für die Elektrifizierung vor, also für den Umstieg auf Strom. Ob die Länder sich darauf einigen und es an Wind- und Solarstrom knüpfen, entscheidet die Konferenz.
Der Text nennt belegte Zahlen, echte Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien und offene Fragen, bleibt aber bei konkreten Lösungswegen recht knapp.
Der Text stützt sich auf einen UN-Bericht und nennt klare Zahlen, etwa 2,8 Grad im schlechtesten Fall und ein nötiges Minus von gut sechs Prozent pro Jahr. Er zeigt Fortschritte, nämlich den schnelleren Ausbau von Solar- und Windkraft, und benennt offen, was nicht reicht oder ungeklärt ist, etwa die Finanzierung. Der Score könnte steigen, wenn konkrete Beispiele erfolgreicher Maßnahmen in einzelnen Ländern ergänzt würden und deutlicher würde, was die Elektrifizierung in der Praxis bewirken könnte.
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