Zweiter Berliner Patient lebt seit elf Jahren ohne HIV
Thomas Kahlert ist einer von 13 Menschen weltweit, die als von HIV geheilt gelten. Der langjährige Mitarbeiter der Charité, des Berliner Universitätsklinikums, wurde als „Zweiter Berliner Patient“ bekannt. Seit einer Stammzelltransplantation gegen Blutkrebs sind bei ihm keine HI-Viren mehr feststellbar. Bei der Eröffnung von BeCURE, dem neuen Zentrum der Charité für die Erforschung einer HIV-Heilung, sagte er, es gehe ihm heute „sehr gut“. Das berichtet das Handelsblatt am 14. Oktober.
Bei einer Routineuntersuchung wurde 2009 bei Kahlert HIV festgestellt, 2015 eine akute myeloische Leukämie, eine Form von Blutkrebs. Neben einer Chemotherapie erhielt er am 14. Oktober desselben Jahres Stammzellen einer gesunden Spenderin samt ihrem Immunsystem. Das Virus dringt über Andockstellen namens CCR5-Rezeptoren in Immunzellen ein. Etwa ein Prozent der europäischstämmigen Bevölkerung trägt laut Charité die Delta-32-Mutation, die das verhindert. Anders als beim ersten Berliner Patienten fand sich für Kahlert kein passender immuner Spender. Seine Spenderin hatte die Mutation nur von einem Elternteil geerbt und trug normale und veränderte Rezeptoren.
Als geheilt gilt Kahlert, weil seit elf Jahren weder HI-Viren noch Krebszellen feststellbar sind. Die Stammzelltransplantation war bei ihm wegen der Leukämie nötig; ob der Eingriff für HIV-Patienten ohne Krebs in Frage kommt, sagt der Bericht nicht. Auch ob Spender mit nur einer Kopie der Mutation anderen Patienten ebenso helfen, belegt der Einzelfall nicht.
Wie es am neuen Zentrum BeCURE weitergeht, lässt der Bericht offen: Er nennt weder erste Studien noch Geldgeber oder einen Zeitplan für Ergebnisse. Bei Kahlert selbst bleibt die entscheidende Messgröße, ob HI-Viren und Krebszellen auch künftig nicht feststellbar sind.
Der Text schildert einen medizinischen Fortschritt mit konkreten Zahlen und Daten und benennt klar, was der Einzelfall nicht beweist.
Der Bericht erzählt von einem Heilungserfolg und erklärt verständlich, wie die Stammzelltransplantation und die Delta-32-Mutation wirken. Er stützt sich auf konkrete Daten wie Jahreszahlen, den Anteil der Bevölkerung mit der Mutation und die Zahl der weltweit Geheilten. Besonders stark ist die ehrliche Einordnung: Der Fall lässt sich nicht einfach übertragen, und zum neuen Zentrum fehlen Studien, Geldgeber und Zeitplan. Mehr Gewicht bekäme der Text durch Stimmen von Forschenden oder Hinweise darauf, welche Schritte als Nächstes realistisch sind.
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