Uruguay erzeugt seinen Strom fast ohne Öl und Gas
Dürre, extrem hohe Preise und wiederholte Stromausfälle: 2008 steckte Uruguay, ein Land an der Atlantikküste Südamerikas zwischen Brasilien und Argentinien, in einer Energiekrise. Danach baute das Land seine Stromversorgung grundlegend um. Im Durchschnitt der letzten Jahre stammten nur noch zwei Prozent des Stroms aus fossilen Energieträgern, wie die Tagesschau am 20. Oktober 2026 berichtet. Den Rest liefern Wasser, Wind, Biomasse und Sonne.
Hinter dem Umbau steht der Physiker Ramón Mendez, der das Amt des Nationalen Energiedirektors übernahm. Seinem Plan stimmten alle Parteien zu. Zwischen 2010 und 2020 investierten Staat und private Geldgeber rund sieben Milliarden US-Dollar in erneuerbare Energien. Es gab Steueranreize, Landwirte und Universitäten planten mit, und die Nachfrage wurde per Gesetz auf 20 Jahre hinaus festgelegt. Energie werde so zu einem stabilen Kostenfaktor, sagt Mendez. Insgesamt entstanden 50.000 neue Jobs. Heute liefert Wasserkraft 50 Prozent des Stroms, Wind 30 Prozent.
Für die Haushalte ist Strom kaum billiger geworden: Eine vierköpfige Familie zahlt im Schnitt rund 150 US-Dollar im Monat. Zudem macht importiertes Erdöl, vor allem für Verkehr und Industrie, noch rund 35 Prozent des gesamten Energiemixes aus. Ob das Modell übertragbar ist, bleibt fraglich: Uruguay hat starke Winde, viel Sonne, eine dünn besiedelte Landschaft und wenig energieintensive Industrie.
Inzwischen hat eine zweite Phase begonnen, die den Verkehr betrifft. In der Hauptstadt Montevideo fährt heute jeder vierte Bus der städtischen Verkehrsbetriebe elektrisch; bis 2040 sollen es alle sein. Fast 70 Prozent der Neuwagen in den letzten Monaten waren Elektroautos.
Der Text zeigt mit vielen Zahlen, wie Uruguay seine Stromkrise löste, und nennt offen Grenzen wie Strompreise, Ölabhängigkeit und fragliche Übertragbarkeit.
Der Text beschreibt eine konkrete Antwort auf eine Krise und erklärt, wie sie gelang: Parteiübergreifender Plan, Investitionen, Steueranreize und langfristig gesicherte Nachfrage. Zahlen und eine genannte Quelle stützen die Aussagen, und der Ton bleibt sachlich. Zudem benennt er Schwächen wie hohe Haushaltsstrompreise, den Ölanteil im Verkehr und die offene Frage der Übertragbarkeit. Noch höher könnte der Score ausfallen, wenn Stimmen von Kritikern oder Vergleichsdaten anderer Länder ergänzt würden.
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