Israel wählt: Enges Rennen zwischen Netanjahu und Eisenkot
Zum ersten Mal seit dem Überfall der militant-islamistischen Hamas und dem anschließenden Gazakrieg wählt Israel ein neues Parlament. Wie der Deutschlandfunk am 27. Oktober berichtet, sind rund 7,3 Millionen Menschen wahlberechtigt. Es geht vor allem darum, ob Ministerpräsident Netanjahu an der Macht bleibt. Sein wichtigster Herausforderer ist der frühere Generalstabschef Eisenkot, dessen Mitte-Partei Jaschar antritt. Gewählt wird die Knesset, das israelische Parlament.
Die Knesset hat 120 Sitze; für eine absolute Mehrheit sind 61 nötig. Netanjahus Lager umfasst neben der Likud-Partei auch ultrareligiöse und rechtsextreme Kräfte. In Umfragen lag Eisenkots Jaschar zuletzt vor dem Likud. Die Sperrklausel, also die Hürde für den Einzug ins Parlament, liegt bei 3,25 Prozent. Insgesamt treten 37 Listen an, von denen laut Umfragen nur etwa ein Drittel einzieht. Gewählt wird in rund 12.000 Wahllokalen, die meisten sind von 6.00 bis 21.00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit geöffnet.
Ein Vorsprung in Umfragen ist keine Mehrheit: Entscheidend ist, welches Lager eine Mehrheit organisieren kann, und eine Pattsituation ist nicht ausgeschlossen. Jaschar reichte Beschwerde über mehrere Wahllokale ein, in denen Stimmzettel gefehlt haben oder beschädigt gewesen sein sollen. Im Süden des Landes wurden drei Menschen wegen des Verdachts auf versuchten Wahlbetrug festgenommen; laut Behörden war es keine koordinierte Aktion.
Unmittelbar nach Ende der Öffnungszeiten der meisten Wahllokale werden die ersten Prognosen erwartet. Danach zeigt sich, welches Lager auf eine Mehrheit zusteuert. Denkbar ist auch eine Minderheitsregierung der Opposition mit Unterstützung arabischer Parteien. Ein Ergebnis liegt zum Zeitpunkt der Quelle nicht vor.




