Lula bleibt Präsident: Bolsonaro will Wahl annullieren lassen
Luiz Inácio Lula da Silva bleibt Präsident Brasiliens, des bevölkerungsreichsten Landes Lateinamerikas. Wie SRF am 25. Oktober berichtet, gewann der linke Amtsinhaber nach vorläufigen Zahlen die Stichwahl mit 51,75 zu 48,25 Prozent. Das Oberste Wahlgericht des Landes erklärte ihn zum Sieger. Sein Herausforderer Flávio Bolsonaro, rechter Senator und Sohn des früheren Staatschefs Jair Bolsonaro, will die Wahl annullieren lassen. Er begründet das mit einer verlängerten Öffnungszeit der Wahllokale.
Rund 159 Millionen Brasilianer waren zur Wahl aufgerufen. In der ersten Runde hatte Lula mit 45 Prozent noch zwei Punkte hinter Flávio Bolsonaro gelegen, mehrere Fachleute sahen den Senator auch in der Stichwahl leicht vorn. Laut SRF hat damit erstmals seit der Wiedereinführung direkter Präsidentschaftswahlen 1989 ein zunächst zurückliegender Kandidat die Stichwahl gedreht. Lula regierte bereits von 2003 bis 2010, ist seit 2023 wieder im Amt und steht nun vor seiner vierten Amtszeit. Bolsonaro stützt seine Anfechtung auf die um zwei Stunden verlängerte Öffnung der Wahllokale.
Ob die Anfechtung Aussicht auf Erfolg hat und welche Stelle darüber entscheidet, geht aus dem Bericht nicht hervor; die Zahlen sind vorläufig. Auch wenn das Ergebnis Bestand hat, muss Lula mit einer gestärkten Rechten regieren: Sie gewann bei der Parlamentswahl vor drei Wochen deutlich hinzu. Mehrheiten braucht er vor allem mit dem Centrão, einem Bündnis überwiegend konservativer und zentristischer Parteien.
Offen ist zunächst, wie über den Vorstoß von Flávio Bolsonaro entschieden wird, die Stichwahl zu annullieren; einen Termin dafür nennt SRF nicht. Ebenso steht das Endergebnis aus, ausgezählt waren fast alle Stimmen. Danach wird sich zeigen, ob Lula im neu gewählten Parlament Partner für seine Vorhaben findet.





