Windparks auf See helfen nun beim Ausgleich im Stromnetz
Schwankungen im deutschen Stromnetz gleichen bisher vor allem Pumpspeicherkraftwerke, Gaskraftwerke und Batteriespeicher aus. Nun drängen auch Windparks auf See auf diesen Markt für Regelreserve, wie das Handelsblatt am 18. Oktober berichtet. Der schwedische Energieversorger Vattenfall vermarktet dort erstmals Regelenergie aus einem Windpark auf hoher See. Der Park Veja Mate in der Nordsee mit 67 Anlagen hat nach Angaben von Vattenfall die dafür nötige Zulassungsprüfung bestanden.
Veja Mate liegt rund 95 Kilometer nordwestlich der Insel Borkum. Auch Trianel, ein Zusammenschluss von Stadtwerken, ließ den Windpark Borkum I für diesen Markt zulassen. Beim Netzbetreiber 50Hertz, der für die Ostsee zuständig ist, durchlaufen mehrere Windparks die Zulassungsprüfung. Windparks können laut dem Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) vor allem negative Regelleistung bereitstellen: Sie drosseln auf Abruf ihre Einspeisung. Nach Einschätzung von 50Hertz kann sich das an manchen Tagen lohnen, wenn die Strombörse wenig einbringt. Die Betreiber drehen die Windräder aus dem Wind und vermarkten den Stillstand.
Der Beitrag der Windkraft zur Regelreserve ist laut Zahlen der Bundesnetzagentur verschwindend gering, und Trianel vermarktet Borkum I erst seit Juli. Positive Regelleistung, also zusätzliche Einspeisung auf Abruf, ist laut Fraunhofer IEE schwieriger: Die Anlagen müssten vorsorglich gedrosselt laufen und ließen erneuerbaren Strom ungenutzt. Das sei meist nicht wettbewerbsfähig. Effizienter seien Batteriespeicher, doch deren Projektierer bekommen schwerer einen Netzanschluss.
Als Nächstes entscheidet 50Hertz, ob die Windparks in seiner Prüfung die Anforderungen erfüllen; einen Termin dafür nennt der Bericht nicht. Ob die Windkraft am Regelreservemarkt über eine Randrolle hinauskommt, zeigen künftig die Zahlen der Bundesnetzagentur.
Der Text zeigt einen konkreten technischen Fortschritt, belegt ihn mit Namen und Zahlenangaben und benennt klar dessen Grenzen.
Der Beitrag beschreibt nicht nur ein Problem, sondern einen neuen Lösungsansatz: Offshore-Windparks liefern erstmals Regelreserve. Konkrete Akteure, Standorte, Anlagenzahlen und Quellen wie Bundesnetzagentur, 50Hertz und Fraunhofer IEE machen die Aussagen nachvollziehbar. Vorbildlich ist, dass der Text die Einschränkungen nennt: Der Beitrag der Windkraft bleibt bislang sehr klein, positive Regelleistung lohnt sich kaum, und offene Fragen werden benannt. Noch höher wäre der Wert mit konkreten Mengenangaben zur bisherigen Regelreserve und einer zweiten unabhängigen Quelle neben dem Handelsblatt-Bericht.
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