Finnland genehmigt erstes Endlager für hochradioaktiven Atommüll
Den Betrieb eines unterirdischen Endlagers für hochradioaktiven Atommüll hatte bisher kein Land der Welt genehmigt. Nun hat die finnische Regierung als erste diesen Schritt getan, wie die Tagesschau am 23. Oktober berichtet. Auf Olkiluoto, einer Insel im Westen Finnlands, sollen abgebrannte Kernbrennstoffe aus Atomkraftwerken in 400 Metern Tiefe im Gestein lagern. Betreiberfirma des Lagers namens Onkalo, finnisch für Höhle, ist das Unternehmen Posiva.
Nach Angaben der Regierung dürfen in Onkalo höchstens 6.500 Tonnen Uran lagern. Finnland betreibt zwei Kernkraftwerke, Olkiluoto und Loviisa, mit zusammen fünf Reaktorblöcken. Jeder Behälter besteht aus einem Einsatz aus Gusseisen und einer fünf Zentimeter dicken Hülle aus Kupfer; im Bohrloch umgibt ihn zusätzlich die quellfähige Tonerde Bentonit. Die Baugenehmigung erhielt Posiva 2015, im darauffolgenden Jahr begannen die Bauarbeiten. Schwach- und mittelradioaktive Abfälle lagert Finnland schon seit Jahrzehnten in einer nahen Anlage, in etwa 60 bis 100 Metern Tiefe.
Eine letzte Genehmigung fehlt noch, und einen genauen Zeitplan für die erste Einlagerung hat Posiva bislang nicht. Deutschland sucht weiterhin ein Lager für rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Atommüll aus mehr als 60 Jahren Atomkraft; er liegt derzeit in sechzehn oberirdischen Zwischenlagern.
Als Nächstes entscheidet die finnische Strahlenschutz- und Nuklearsicherheitsbehörde: Sie muss die Anlage inspizieren und danach ebenfalls grünes Licht geben. Erst mit dieser Freigabe ist der Weg für den Betrieb frei. Verschlossen werden soll Onkalo nach höchstens 100 Jahren.
Der Text beschreibt nüchtern und mit vielen Fakten einen weltweit ersten Genehmigungsschritt für ein Endlager und nennt offene Genehmigungen, lässt aber Risiken und Kritik weitgehend aus.
Der Text zeigt einen konkreten Fortschritt bei einem lange ungelösten Problem und stützt ihn mit Zahlen zu Tiefe, Menge, Behälteraufbau und Zeitablauf. Er benennt auch, dass eine letzte Genehmigung fehlt und es noch keinen Zeitplan für die erste Einlagerung gibt. Es fehlen jedoch Stimmen von Fachleuten oder Kritikern sowie Hinweise auf langfristige Sicherheitsfragen, etwa zur Haltbarkeit der Kupferhülle über Jahrtausende. Mehr Einordnung dazu und zur Übertragbarkeit auf Deutschland würde den Score erhöhen.
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