Lagarde verlässt die EZB im Februar 2027
Christine Lagarde gibt ihren Posten als Präsidentin der Europäischen Zentralbank zum 7. Februar 2027 auf, wie die EZB laut Spiegel vom 29. Oktober 2026 mitteilte. Ihre achtjährige Amtszeit wäre regulär bis Ende Oktober 2027 gelaufen. Die Französin informierte den EZB-Rat und den Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, der das Verfahren zur Nachfolge noch am Donnerstag einleiten wollte.
Die Staats- und Regierungschefs der 21 Eurostaaten müssen die Nachfolge nun früher regeln. Als Favoriten gelten der frühere niederländische Zentralbankchef Klaas Knot und der Spanier Pablo Hernández de Cos, Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Direktorin Isabel Schnabel, die ebenfalls Interesse an Lagardes Nachfolge angemeldet hatte, wechselt Anfang Januar 2027 zum Internationalen Währungsfonds nach Washington, ihre Stelle im sechsköpfigen Direktorium wird frei. Im Juni 2027 endet zudem die Amtszeit von Chefökonom Philip R. Lane.
Die Gründe für den Rücktritt sind nicht amtlich bestätigt. Reuters beruft sich auf eine nicht genannte Quelle: Lagarde wolle sich zur französischen Politik äußern können. Ein Wechsel zum Weltwirtschaftsforum bleibt Spekulation. Wer Nachfolger wird, ist offen. Ein Deutscher gilt als wenig aussichtsreich, weil mit Ursula von der Leyen schon die Kommission von einer Deutschen geführt wird.
Costa leitet das Nachfolgeverfahren ein. Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz wollen die Besetzung offenbar vor der französischen Präsidentschaftswahl im April 2027 klären. Als wahrscheinlich gilt ein Personalpaket, das auch Schnabels Direktoriumsstelle und den Chefökonomen einschließt. Entscheiden müssen die Staats- und Regierungschefs der Eurostaaten.


