Schaltsekunde fällt weg: Weltzeit darf eine ganze Stunde abweichen
Bisher bekam die koordinierte Weltzeit der Atomuhren eine Schaltsekunde, sobald sie 0,9 Sekunden von der Zeit nach der nicht ganz gleichmäßigen Erddrehung abwich. Zum 20. Mai 2027 ist damit Schluss: Künftig dürfen beide Zeiten um eine ganze Stunde auseinanderliegen. Erst dann ist eine Schaltstunde vorgesehen. Das beschloss die Generalkonferenz für Maß und Gewicht, das internationale Gremium für Maßeinheiten, am Donnerstag in Paris, wie heise online am 15. Oktober berichtet.
Eingeführt wurde die Schaltsekunde 1972; seither kam sie 27 Mal zum Einsatz, zuletzt Ende 2016. Seit etwa Beginn des Jahrzehnts dauert eine Erdumdrehung im Schnitt weniger als 86.400 Atomsekunden. Das könnte eine negative Schaltsekunde erfordern, also eine ausgelassene Sekunde, auf die technische Systeme nicht vorbereitet sind. Schon bisher zählen Systeme verschieden: Die Uhren der GPS-Satelliten ignorieren Schaltsekunden und gehen der Weltzeit deshalb 18 Sekunden voraus. Für die Schaltstunde statt der zunächst erwogenen Schaltminuten sprach laut heise, dass viele Zeitzonen bereits um mehr als diese Spanne von der Sonnenzeit abweichen.
Die Zeit bis zur ersten Schaltstunde ist eine Schätzung: Experten gehen von mehr als 1.000, vielleicht 3.000 Jahren aus. Auch die Sorge vor einer negativen Schaltsekunde beruhte auf einer Prognose: 2025 bezifferten Experten die Wahrscheinlichkeit, dass bis 2035 eine nötig würde, auf 30 Prozent. Wie eine Schaltstunde technisch ablaufen soll, nennt der Bericht nicht.
Bis zum Stichtag im Mai wird keine Schaltsekunde mehr eingefügt. Ab dann gilt die Resolution 5 der 28. Generalkonferenz, und die Uhrzeit läuft ohne Korrektur neben der Erddrehung her. Wie groß der Abstand wird, hängt davon ab, wie schnell sich die Erde in den kommenden Jahrzehnten dreht.
Der Text erklaert eine beschlossene Regeländerung als Loesung eines technischen Problems, stuetzt sie mit Zahlen und benennt offene Fragen.
Der Beitrag beschreibt nicht nur ein Problem, sondern die konkrete Entscheidung der Generalkonferenz fuer Mass und Gewicht und erklaert, warum sie getroffen wurde. Zahlen wie 27 Schaltsekunden seit 1972, die 18 Sekunden Abweichung der GPS-Uhren und die 30-Prozent-Prognose machen das nachvollziehbar. Positiv faellt auf, dass Schaetzungen klar als solche markiert werden und offen bleibt, wie eine Schaltstunde technisch ablaufen soll. Mehr Gewinn braechten eigene Stimmen von Fachleuten oder Kritikern und ein Hinweis darauf, was Betreiber technischer Systeme nun konkret tun muessen.
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