Schweiz nutzt Solarstrom über Feldern bisher kaum
Der Platz wäre da, genutzt wird er kaum. Mit Agri-Photovoltaik, also Solaranlagen über landwirtschaftlich genutzten Flächen, könnte die Schweiz etwa das Doppelte des heutigen Strombedarfs erzeugen. Das ergibt eine neue Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, auch wenn nur Standorte nahe am bestehenden Stromnetz zählen. Bisher stammen jedoch weniger als 0.1 Prozent des Schweizer Sonnenstroms von Anlagen über Kulturland, wie SRF am 24. Oktober berichtet.
Wie das aussieht, zeigt die bisher grösste Anlage der Schweiz in Lovatens im Kanton Waadt. Dort tragen hohe Pfeiler mehr als 5000 Solarmodule über 1.8 Hektar Heidelbeeren, sodass Bauer Olivier Pichonnat maschinell ernten kann. Finanzierung und Betrieb übernimmt der Energieversorger Romande Energie. Die Module schützen vor Hagel und senken die Temperatur um fünf bis sechs Grad; die Sträucher tragen grössere Früchte als ungeschützte. Rein theoretisch läge das Potenzial laut der Studie beim Fünffachen des heutigen Verbrauchs; als sinnvoll erschliessbar gelten aber nur Standorte bis 300 Meter vom Stromnetz.
Das Potenzial ist eine Modellrechnung. Bewilligt werden Anlagen nur, wenn sie der Landwirtschaft einen direkten Vorteil bringen, was oft schwer nachzuweisen ist. In Deutschland sind Ertragseinbussen bis 30 Prozent erlaubt, solange Ernte und Stromverkauf zusammen positiv abschliessen. Laut Romande Energie ist der Bau 20 Prozent teurer als bei vergleichbaren Dachanlagen, die Förderung aber gleich; der Erlös für eingespeisten Strom schwankt.
Über neue Anlagen entscheiden weiterhin die Kantone, die Bewilligung und Förderung bisher sehr unterschiedlich handhaben; eine bundesweite Koordination fehlt. Für den verlangten Nachweis eines Vorteils für die Landwirtschaft fehlen noch Vergleichswerte. Einen Zeitplan für neue Regeln nennt der SRF-Bericht nicht.
Der Text zeigt mit einem konkreten Praxisbeispiel und Studienzahlen einen Lösungsweg und benennt offen Kosten, Bewilligungshürden, fehlende Koordination und die Grenzen der Modellrechnung.
Der Text beschreibt Agri-Photovoltaik als Antwort auf den Strombedarf und belegt sie mit Studienzahlen und einer realen Anlage in Lovatens samt Nutzen für die Heidelbeeren. Er benennt ehrlich, dass das Potenzial eine Modellrechnung ist, der Bau 20 Prozent teurer ausfällt und Bewilligungen sowie Förderung von Kanton zu Kanton unterschiedlich sind. Noch stärker wäre er mit weiteren Praxisbeispielen, Erfahrungen aus mehreren Anlagen und einem klaren Zeitplan für neue Regeln.
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