Hügel am Meeresboden bremst Eisrückzug in der Ostantarktis
Lange galt der Osten der Antarktis als der stabile Teil des Eisschilds. Nun hat das Team des deutschen Forschungsschiffs Polarstern, eines Eisbrechers, vor der Ostküste eine weitere Ursache dafür gefunden: den Meeresboden. Bei Messungen mit dem Echolot entdeckten die Wissenschaftler einen 260 Meter hohen Hügel aus Sand, Schlamm und Gestein, der das Eis stabilisiert und seinen Rückzug an dieser Stelle gebremst hat, wie die Tagesschau am 17. Oktober berichtete.
Das Team um den Kieler Meeresgeophysiker Sebastian Krastel kartierte so den Meeresgrund; ein Echolot misst die Tiefe mit Schallwellen. Der entdeckte Hügel ist 65 Kilometer lang und besteht aus Material, das mit dem Eis ins Meer transportiert wurde. Fachleute nennen eine solche Ablagerung Sedimentkeil. Solche Formationen gebe es häufig im Südpolarmeer, sagt Krastel. Bisher erklärte man die Stabilität der Ostantarktis vor allem mit ihrer höheren Lage und einem Küstenstrom, der wärmeres Meerwasser abschirmt. Der Westen des Eisschilds schmilzt dagegen seit Jahrzehnten.
Krastel schränkt ein: Der Effekt könne das Abschmelzen allenfalls mildern, nicht verhindern. Wie viel Eis solche Hügel halten, beziffert der Bericht nicht. Am Denman-Gletscher im Osten werde das Wasser ab 300 Metern Tiefe plötzlich wärmer und trage das Eis ab, sagt der Geologe Marcus Gutjahr vom Kieler Forschungszentrum Geomar. Dieser Gletscher allein enthält Eis für 1,5 Meter Meeresspiegelanstieg.
Vom 19. bis 30. Oktober tagt im australischen Hobart auf Tasmanien die internationale Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis. Ihr Ziel ist der Schutz des Meereslebens rund um den Kontinent. Wann die Ergebnisse der Polarstern-Expedition als Studie erscheinen, nennt der Bericht nicht.
Nüchterner, gut belegter Forschungsbericht mit klaren Einschränkungen, aber ohne eigentlichen Lösungsansatz.
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