Die Woche in 90 Sekunden: Auftragsplus am Bau
Die Woche bis Ende Oktober brachte vier Themen: Bauaufträge in Deutschland, Frankreichs Oberstufen, ein Quantennetz und den Stör in der Donau. Die deutsche Baubranche erhielt im August so viele neue Aufträge wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnung: Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe stieg laut Statistischem Bundesamt um 23 Prozent gegenüber dem Vormonat. Ausschlaggebend waren mehrere Großaufträge, die laut Tim-Oliver Müller vom Bauindustrieverband erst mit Verzögerung im Umsatz ankommen. Ob sie dauerhaft im Umsatz ankommen, zeigen erst die Umsatzzahlen der kommenden Monate.
In Paris kommt die französische Regierung den Schülern, die gegen volle Klassen und Lehrermangel protestieren, mit einem Maßnahmenkatalog entgegen: Bildungsminister Edouard Geffray verzichtet auf 836 geplante Stellenstreichungen und will 500 neue Lehrerposten für die Oberstufen schaffen. Bei den Studienplätzen bleibt der Abstand groß: Die Regierung bietet 15.000 neue Plätze, Schülervertreter Marius Mesnil fordert 250.000. Die Schülergewerkschaften begrüßen den Plan, wollen aber gemeinsam mit Studentenvertretern weiter demonstrieren.
Nach Einschätzung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik wird es laut dem Erlanger Physiker Christoph Marquardt in vier Jahren sehr riskant, weil Quantencomputer jede herkömmliche Verschlüsselung knacken könnten. Am 28. Oktober wurde mit QuNET ein vom Bundesforschungsministerium beauftragtes Netz getestet, das solchen Angriffen standhalten soll: Mit Quantentechnik verschlüsselte Daten liefen von Berlin über Thüringen nach Bayern. Weil Glasfasern die Photonen unterwegs schlucken und nach ein paar hundert Kilometern nichts mehr ankommt, arbeitet QuNET mit Zwischenstationen, in denen der Schlüssel in einen gewöhnlichen digitalen Schlüssel umgewandelt wird. Damit fehle die durchgehende Sicherheit von Sender bis Empfänger, kritisiert Andreas Reiserer von der Technischen Universität München.
Ein Team der Universität für Bodenkultur Wien hat in der Donau einen jungen Sterlet gefangen, der offenbar in freier Wildbahn geschlüpft ist. Seit 2017 sind 800.000 gezüchtete Sterlets in der österreichischen und bayerischen Donau ausgewildert worden. Ob der Jungfisch wild geschlüpft ist, muss ein Gentest noch klären. Am Samstag wollen in Frankreich Schüler und Studenten gemeinsam erneut auf die Straße gehen.
Der Wochenüberblick nennt in vier Themen konkrete Zahlen, Quellen und Fortschritte und benennt jeweils offene Fragen oder Kritik, bleibt dabei nüchtern.
Der Text verbindet vier Themen mit konkreten Zahlen (23 Prozent mehr Bauaufträge, 836 gestrichene Stellen, 800.000 ausgewilderte Sterlets) und benannten Quellen. Fortschritte wie das getestete Quantennetz oder der mögliche Wildfang eines Sterlets werden ehrlich eingeordnet: Die Dauerhaftigkeit der Aufträge, die Lücke bei den Studienplätzen, die fehlende Ende-zu-Ende-Sicherheit und der ausstehende Gentest bleiben sichtbar. Den Score würde erhöhen, wenn einzelne Themen tiefer ausgeführt würden, etwa wie das Quantennetz die Lücken schließen will oder was die Aufträge für Wohnungsbau und Beschäftigte bedeuten.
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